Ein paar Informationen zu meiner Person und warum ich so bin wie ich bin.



Kurzbeschreibung:

Mein Name ist Robert Croissant. Ich hatte im Sommer 2006 einen Badeunfall und bin seit dem von den Schultern ab querschnittgelähmt.

Im September 2011 habe ich meine Ausbildung zum Bürokaufmann abgeschlossen und seit Oktober 2011 arbeite ich in einem Sänitätshaus in Karlsruhe in der Rehamittel-Sachbearbeitung.

Ich bin 23 Jahre alt, habe am 22.03. Geburtstag, höre gerne Housemusic, unternehme viel mit Freunden. Aber mein neuestes Hobby ist im moment Geocaching.

Ich gehe gerne aus und bin viel mit dem Computer beschäftigt.

Trotz meines Handicaps stehe ich mit beiden Beinen... ähm, ... sitze ich mit beiden Pobacken fest im Leben ;) 

 

 

Mein Unfall:

16. Juli 2006 ca. 18:00 Uhr.

Ich packe gerade meinen Rucksack, denn ich bin auf dem Weg zu Benjamin nach Heuchelheim. Wir haben ausgemacht, dass wir uns dort treffen. Ich gehe in die Garage und nehme das Fahrrad meiner Mutter. Am Marktplatz habe ich mich mit Joseph getroffen, denn der war auch auf dem Weg zu Benjamin. Dort angekommen haben wir uns in die Lagerhalle von Benjamin gesetzt um ein bisschen zu erzählen und Wein zu trinken und Wasserpfeife zu rauchen. Wir haben darüber geredet eine fette Party zu machen. In Gedanken war alles schon organisiert und geplant. Irgendjemand ist auf die Idee gekommen, nach Klingenmünster aufs Seefest zu fahren, was wir dann natürlich auch gemacht haben. Dort angekommen haben wir noch einige Freunde getroffen. Es war ziemlich lustig und wir hatten viel Spaß. Philipp, den wir dort angetroffen haben, wollte mit seiner Freundin nachhause gehen. Ich habe gesagt ich gehe mit denn ich wollte auch nach hause. Als wir an dem See entlang liefen, habe ich zu Philipp gesagt ob wir nicht noch einmal durchschwimmen, denn es war eine sehr warme Nacht. Wir haben uns bis auf die Unterhosen ausgezogen und stiegen in den Weiher. Auf der anderen Seite angekommen, wollten wir wieder zurück schwimmen. Allerdings gingen wir etwas weiter oben ins Wasser. Ich nahm ein bisschen Anlauf und sprang Kopf vor ins Wasser. Sofort verspürte ich einen dumpfen Schlag und mir war sofort bewusst, ich bin unter Wasser, ich kann mich nicht bewegen, ich muss hier raus. Auf einmal wurde es schwarz. Einige Minuten später bin ich zu mir gekommen. Um mich herum waren viele Menschen. Ein Mädchen hat die ganze Zeit auf mich eingeredet damit ich wach bleibe. Ich habe zuerst gefragt: wo sind meine Arme, wo sind meine Beine? Sie hat gesagt, es ist alles noch da. Schließlich kamen die Rettungssanitäter und habe mich in den Krankenwagen gelegt. Wieder wurde alles schwarz. Ich hörte zwischendurch das Martinshorn aber mehr konnte ich nicht wahrnehmen.
Langsam wird es wieder hell und ich schaute durch das Heckfenster vom Krankenwagen. Dies hielt aber nur kurz an. Wieder bin ich weg getreten.



2. Teil:

Ich bin aufgewacht und um mich herum waren einige Geräte und Schläuche die mit mir verkabelt waren. Links von mir war ein Bildschirm, der meine Herzfrequenz, den Puls und den Sauerstoffgehalt meiner Atmung anzeigte. Geatmet habe ich durch den Hals. Dort wurde ein Luftröhrenschnitt gemacht. Da war wie ein kleines Plastikteil vorne in meinem Hals drin.

Die ersten Tage bekam ich flüssige Nahrung durch einen Schlauch der durch meine Nase in den Magen ging. Ich bekam sehr oft Schmerzmittel, da ich sehr starke Phantomschmerzen hatte. Dadurch, dass meine Brustmuskulatur nicht mehr funktioniert, konnte ich auch nicht husten (weil ich keinen Druck auf die Lungen aufbauen kann), und musste durch die kleine Öffnung am Hals abgesaugt werden. Nach ein paar Tagen hat man mir eine Sprach-kanüle in die Öffnung gesetzt. Mit sehr viel Luft konnte ich nun ein paar Worte flüstern.

Am Anfang war mir gar nicht bewusst, wie meine Situation eigentlich aussieht. Erst später wurde mir klar, dass ich mich nicht mehr bewegen kann. Mir schoss als erstes meine Vergangenheit in den Kopf, was ich früher alles gemacht habe und jetzt nicht mehr machen kann. Mittlerweile komme ich sehr gut mit der Situation zurecht und viel weniger als früher mache ich auch nicht. Ich gehe sehr oft weg und unternehme viel mit Freunden. Meine Freunde haben sich ein paar Tage nach meinem Unfall getroffenen und ein Gruppenbild für mich gemacht, was mich sehr aufgebaut hat. Meine Freunde haben erzählt dass sich Philipp (mein Lebensretter) sehr große Vorwürfe gemacht hat, dass er daran schuld wäre, weil er mit mir ins Wasser gesprungen ist. Als ich das gehört habe tat es mir richtig leid und ich musste ihn sofort sprechen und ihm sagen dass es nicht seine Schuld war. Es war ja schließlich meine Idee ins Wasser zu springen.

Meine Freunde haben mich im Krankenhaus regelmäßig besucht und besuchen mich auch jetzt noch und darauf bin ich sehr stolz solche Freunde zu haben, die so hinter mir stehen, mir Kraft geben, mich aufbauen und mich immer daran erinnern nie aufzugeben und immer weiterzumachen.

Zurück im Krankenhaus:

Nach ungefähr einer Woche wurde die Kanüle entfernt und die Öffnung mit Pflastern zugeklebt und ich wurde auf die Station verlegt, wo ich aber nicht lange blieb. Mir wurde ein schleimlösendes Mittel gegeben, und da ich ja nicht husten kann, hat sich der Schleim in den Lungenöffnungen verfangen und ich bekam keine Luft mehr. Während die Schwester eine Sauerstoffflasche angeschlossen hat und den Alarmknopf gedrückt hat, haben zwei Physiotherapeutinen mit ganzem Körpergewicht versucht mich abzuhusten, indem sie auf meinen Brustkorb gedrückt haben. Sofort wurde ich wieder auf die Intensivstation verlegt.


 

3. Teil:

In der Intensivstation wurde ich sofort Bronchoskopiert (Mit ner Kamera in die Lungen). Sofort bekam ich wieder eine Kanüle in den Hals zum Atmen. 4 weitere Wochen Intensiv hat mich das gekostet. In dieser zeit musste ich mehrmals am Tag abgesaugt werden.

In meinen Armen und Beinen verspürte ich sogenannte Phantomschmerzen. Dadurch hatte ich auch immer das Verlangen nach Schmerzmitteln (wenn ihr versteht was ich meine) ;-) Irgendwann hatten diese Spritzen auch keine Wirkung mehr. Die Schwestern hatten mir einen kleinen Fernseher aufs Zimmer gebracht. Somit war ich der einzige, der auf der Intensiv-Station einen TV hatte. Meine Elter und Brüder haben mich täglich besucht und jede freie Minute mit mir verbracht.

Endlich war es soweit. Ich wurde wieder auf die normale Station verlegt. Zuerst hatte ich ein Einzelzimmer, was allerdings nur von kurzer Dauer war. Ich wurde in ein anderes Zimmer verlegt und musste dieses nun mit zwei weiteren Zimmergenossen teilen, wovon der eine schnarchte wie eine Kettensäge. Meine Mutter hatte mir solche Ohrenstöpsel mitgebraucht, was aber nur 50% der Lautstärke reduzierte. 2-mal am Tag hatte ich Krankengymnastik. Später kam noch Ergo dazu. In der Ergo habe ich eine Computermaus für den Mund bekommen und der Computer wurde mir von der Ergo zur Verfügung gestellt. Durch das Internet hatte ich nun auch die Möglichkeit mit meinen Freunden zu kommunizieren und ihnen berichten, wie es mir geht.

Am 19. November hat mich mein Bruder nachhause geholt, denn wir haben bei uns in der Feuerwehr Kaffee und Kuchen gegessen. Als er im Krankenhaus ankam, musste ich erfahren, dass letzte Nacht drei alte Freunde von mir durch einen Autounfall ums Leben gekommen sind. Das war für mich ein weiterer Schock. Am 21. November wurde ich dann in eine Reha Klinik nach Bad Wildbad verlegt. Dort habe ich dann weitere drei Monate verbracht. Über Weihnachten und Neujahr war ich aber zuhause bei meiner Familie. Ende Januar wurde ich dann ganz nachhause entlassen.


 

4. Teil:

Zuerst hatten wir einen Pflegedienst der mich versorgte und meine Mutter hat einen Teil übernommen. Das war aber nicht so gut, weil wir quasi für jeden Handgriff bezahlen mussten. Da ich vom Medizinischen Kontrolldienst nur in die Pflegestufe 2 eingeteilt wurde, war das auch nicht besonders viel.

Meine Mutter hat dann vom sogenannten „Persönlichen Budget“ gehört, welches wir dann auch beantragt haben. Das heißt, ich bekomme Geld von der Kreisverwaltung und kann mir dann Leute die ICH möchte für ein monatliches Gehalt einstellen, die dann ganz normal bei mir angestellt sind und das machen, was ich möchte. Jetzt habe ich zwei Assistentinnen die rund um die Uhr für mich da sind und Eine davon im Moment diesen Text tippt .

Anfangs hatte ich noch einen Leihrollstuhl vom Krankenhaus, der aber nicht so besonders gut war. Den Neuen hatten wir bereits beantragt. Es war nur eine Frage der Zeit bis er genehmigt wurde. Mittlerweile habe ich meinen eigenen Rollstuhl, der viel geländegängiger ist und mit dem ich sogar meinen Fernseher bedienen kann. Den habe ich euch ja in einem Videobeitrag schon vorgestellt.

3-mal in der Woche habe ich Krankengymnastik. Meine Physiotherapeutin kommt immer zu uns ins Haus und behandelt mich im Wohnzimmer auf dem Boden. Durch einen anderen Querschnittgelähmten haben wir von einem sehr guten Ergotherapeuten erfahren, der nun 2-mal die Woche kommt. Zusätzlich mache ich auch selbst noch Therapie wie z.B. jeden 2. Tag Stehtraining und täglich Übungen mit dem sogenannten „OB-Help Arm“. Mittlerweile habe ich auch ganz leichte Aktivitäten im rechten Unterarm.



Fortsetzung folgt…!

 

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